Was wäre, wenn ich Gutmütigkeit richtig dosieren würde?

Was wäre, wenn ich Gutmütigkeit richtig dosieren würde?

Da fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Da habe ich doch tatsächlich „Ich bin zu gutmütig für diese Welt“ jahrelang als Ausrede genutzt. Um nicht zu 100% für meine Einzigartigkeit, für meine eigenen Werte, für meine Berufung einzustehen, oder besser nicht einstehen zu müssen. Ich wollte ja nicht unfreundlich sein oder schon gar als Spielverderber angesehen werden. Wo gibt es denn sowas? Und dabei ist es schlichtweg einfach eine Ausrede – und was für eine doofe.

Und da sitze ich also über einem Text und denke mir nur – haaaaaallooooooo, was machst du denn da? Und genau in diesem Augenblick saust der Film vorbei: „Die freundliche Gutmütige“.

Fertig. Schluss. Die richtige Dosierung muss her. Bewusst und klar eine Wahl getroffen werden. Und natürlich bleibe ich immer noch wer ich bin – grosszügig, gutmütig, freundlich und optimistisch. Doch ab sofort im Einklang mit einer für mich bewusst gut anfühlenden Dosierung. Bewusste und achtsame neue Grenzen werden gezogen. Bewusste und achtsame neue konsequente Handlungen werden umgesetzt.

Ist es Zufall oder wie ich immer sage, ist es mir einfach zugefallen? So oder so realisiert habe ich es im Monat Juni. Der Juni der für das Gutmütige, Grosszügige, Dienende, Gebende und Familiäre steht. Ein toller Monat, der stark in die Umsetzung geht und uns lehren sollte, ohne in die Perfektionsfalle zu tappen. Zuviel Gutmütigkeit ist ein absolutes Bremspedal. Und nicht der andere, das Gegenüber oder weiss der Geier wer, sondern wir alleine sind dafür zuständig.

Es geht nun auch überhaupt nicht darum, welche Situationen mich dies erkennen liessen. Doch was ich jetzt wahrnehme, es hat mit meinem momentanen Lebensprozess zu tun und nicht mit deren der anderen. Mein kraftvolles Umfeld hat mir dabei geholfen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich menschlich verändert habe… eben immer noch gleich grosszügig, gutmütig, freundlich und optimistisch. Doch mein Wirkungskreis ist anders geworden. Ich höre anders zu. Ich hinterfrage anders. Ich frage andere Fragen. Ich habe neue Erfahrungen und auch weitere Fehler gemacht. Und genau so weiss ich welchen Nutzen ich meinen Kunden bieten kann und welche Leistung ich bei Buchung zu geben habe. Ja das wusste ich schon früher, doch je grösser der eigene Expertenstatus wird, desto grössere Anforderungen haben die Gegenüber. Gut so. Das spornt an. Das motiviert. Jeder Mensch ist der auf ihm stimmigen Weg und wenn nicht, hat jeder Mensch täglich die Wahl „den Weg zur eigenen Wahl“ neu zu wählen.

Zeitgleich ist mir ebenfalls seit ein paar Monaten noch stärker bewusst geworden, wie wichtig das Jetzt ist. In unserem privaten Umfeld durfte und darf viel Geduld geübt werden. Dann möchten wir jemanden einen Löffellistepunkt erfüllen und die Zeit rast und rast und wir wissen nicht, ob wir diesen einen grossen Wunsch noch erfüllen können. Und mit dieser Wunscherfüllung ist auch an jedem Tag das Gefühl anwesend, Wunder können geschehen. Und dann hätten wir noch viel mehr Zeit für diesen einen Wunsch.

Also was ich seit Jahren erzähle und darauf hinweise, den Augenblick zu nutzen, Träume nicht aufzuschieben, bekommt nun in meinem Leben einen noch grösseren Stellenwert. Auch dies stachelt an, das was ich mache, noch weiter zu verstärken.

Halten Sie inne – Sind Sie an diesem Punkt im Leben, an dem Sie sagen können – WOW Coooool? Dann geniessen Sie bitte jeden einzelnen Tag. Sie haben keine Ahnung, wann Ihr letzter Tag sein wird. Halten Sie inne – gehen Sie achtsam mit sich um – umarmen Sie sich selber mindestens einmal jeden Tag. Selbstliebe ist nicht nur ein Wort, es kann geübt werden. Lieben Sie Ihr Leben. Lieben Sie Ihr Sein. Lieben Sie einfach. Sich und die anderen. Doch denken Sie immer an sich – Sie fühlen sich als erstes morgens und Sie fühlen sich als letztes abends.

Was wäre, wenn ich Gutmütigkeit richtig dosieren würde?

Die Herausforderung ist das Abwägen – wieviel geben wieviel nehmen. Und im Juni, im sechsten Monat des Jahres ist vor allem das Geben wichtig. Und wenn alle mehr geben als nehmen, bekommen auch alle mehr als sonst. Und die Dosierung ist wieder ausgeglichen. Der Juni wünscht sich ein Zusammentreffen mit lieben Menschen, mit der eigenen Familie, mit Menschen die uns sehr am HERZen liegen. Wie wundervoll können wir es gemeinsam geniessen, wenn alle dabei von Gesundheit beschenkt sind. Wenn nicht, dann schauen Sie, dass jene denen es nicht so gut geht mit Freude und Abwechslung beschenkt werden. Verbringen Sie viel Zeit in der Natur. Atmen Sie die frische Luft ein. Gehen Sie über saftige grünen Wiesen. Sammeln Sie Kräuter. Umarmen Sie kraftvolle Bäume. Spüren Sie Liebe, was oder wem auch immer Sie sich zuwenden. Das ist das Leben. Schön, wertschätzend und lebenswert. Sind Sie gemeinsam mit anderen unterwegs, dann halten Sie sich an den Händen und spüren Sie die innige von HERZen kommende Verbundenheit. Fühlen Sie das Miteinander und nicht das Gegeneinander.

Was wäre, wenn ich Gutmütigkeit richtig dosieren würde?

Doch wieso diese Frage? Wenn Sie zu gutmütig sind, könnten Sie am Ende des Tages, am Ende des Monats, am Ende des Jahres, am Ende Ihres Lebens ebenfalls feststellen, dass Sie „Ich bin zu gutmütig für diese Welt“ auch als Ausrede genutzt haben. Und das nützt Ihnen gar nichts. Es hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, denn Ihre Emotionen lassen Sie Schmerzen spüren, fühlen und hinterfragen „Wann habe ich mein Leben gelebt?“.

Gutmütigkeit soll nicht mit Grosszügigkeit verwechselt werden.

Grosszügigkeit ist ein 6er Thema – gehen Sie verschwenderisch mit Liebe verschenken und Liebe sich selber schenken um. Das gleiche gilt für ihr atemberaubendes Lachen. Von HERZen kommende Liebe und Lachen werden selten hinterfragt und werden meistens dankbar angenommen. Verschönern Sie die Tage derer, denen es nicht so gut geht. Doch auch hier sollen Sie gut abwägen, ob es nicht zu viel der Dosis ist. Jeder Mensch verarbeitet Schmerz anders und dies gilt es zu respektieren.

Gutmütigkeit ist jedoch auch ein 6er Thema und lässt zum Beispiel den Mund verschliessen, wenn etwas gesagt werden sollte. Gutmütigkeit lässt tief durchatmen, wenn ein innerlicher Vulkan brodelt. Natürlich gibt es Situationen, in welchen dies vollkommen angebracht ist. Doch ist man zu lange stumm oder atmet man zu lange durch – könnte das Ergebnis ein überheisser Dampfkochtop sein und er explodiert.

Was wäre, wenn ich Gutmütigkeit richtig dosieren würde?

Also haben Sie jetzt gerade das Gefühl, als ob Sie erwischt wurden, dann ab nach draussen. Gehen Sie irgendwo hin wo sie alleine sind und schreien Sie darauf los. Schreien Sie Ihre Wut, Ihre Aggression sich selber gegenüber, Ihr Erkennen hinaus – die Wälder sind Stürme erprobt – also keine falsche Hemmung bitteschön.

Befreien Sie sich von Ihren eigenen kreierten Fesseln und danach fühlen Sie in sich hinein. Was spüren Sie? Was fühlen Sie? Welche Kraft ist entstanden? Wie reagiert Ihr Körper?

Was wäre, wenn ich Gutmütigkeit richtig dosieren würde?

Sie brauchen Ihre neuen Erkenntnisse nicht mitzuteilen. Sie sollen es einfach bei der nächsten Gelegenheit schneller wahrnehmen und dann inne halten und in sich fühlen was es mit Ihnen tut. Und dann setzen Sie die neue Erkenntnis um und kommen ins Handeln. Was könnte sich im Familiengefüge verändern? Wie würde Ihr Chef reagieren, wenn das fleissige Lieschen auf seinen Feierabend besteht? Wie fühlt es sich an mit dieser neuen Erkenntnis? Ist sie mit Wehmut oder mit einem Glücksgefühl verbunden?

Und wie immer an dieser Stelle – Schritt für Schritt bitteschön. Jede neue Erkenntnis soll zuerst verdaut werden. Sie müssen zuerst erlernen, wie damit umzugehen ist. Heute ist es zuerst einmal wichtig, den Unterschied von Gutmütigkeit und Grosszügigkeit wahrzunehmen. Und ja, selbstverständlich, es ist meine Ansicht, dass hier ein grosser Unterschied besteht. Spüren Sie eine Ungeduld in sich, könnte es vielleicht ganz genau dieser Unterschied sein. Fühlen Sie, dass Sie irgendwie gegen sich, statt für sich arbeiten, könnte diese Unterschiederkennung eine grosse glückserfüllende Unterstützung sein.

Nur Sie alleine können für sich die Antwort auf diese Frage geben:

Was wäre, wenn ich Gutmütigkeit richtig dosieren würde?

Ich bin gespannt auf Ihre eigenen persönlichen Erkenntnisse.

HERZlichst,

Patricia Zurfluh

2 Antworten zu Was wäre, wenn ich Gutmütigkeit richtig dosieren würde?

  1. Barbara J. Schoenfeld 20. Juni 2017 um 19:52 #

    Liebe Patricia,

    ja, daran übe ich momentan. Es ist nicht einfach, aber es gelingt mir immer besser. Gerade diese Gutmütigkeit wird auch wahnsinnig gerne ausgenützt – von den Menschen, die dir am meisten bedeuten. So war es bisher bei mir jedenfalls.

    Seit ich das übe, das nicht mehr zu tun – weil es einfach nicht mehr so weitergeht – hat sich eine Menge geändert. Meine Wut, die immer wieder hochkommt, wenn ich mal wieder für etwas verantwortlich sein soll, wird so langsam geringer. Ich schaffe es schon recht gut inzwischen, einfach durchzuatmen, abzuwarten und dann den Ball einfach zurückzuspielen…..

    Herzliche Grüße
    Barbara

    • Patricia 20. Juni 2017 um 23:04 #

      Liebe Barbara,
      das Erkennen ist wichtig und der erste Schritt für eine selbstbestimmte Veränderung.
      Die Wut wird immer mehr verfliegen, je öfters wir es schneller bemerken.
      Es gilt eine Balance herzustellen, die sich gut anfühlt. Und daran dürfen wir üben und wachsen.
      Toitoitoi 🙂
      HERZlichst, Patricia

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